Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.
Albert Schweitzer
Wer war Albert Schweitzer? 

Über 140 Jahre sind vergangen, seit Albert Schweitzer 1875 als Sohn eines evangelischen Pfarrers in Kaysersberg im Ober-Elsass zur Welt kam. Er wurde als großer Theologe, Tropenarzt, Philosoph, Musiker und Friedensnobelpreisträger weltweit bekannt. Was auch immer er tat, es war mit dem Wunsch verbunden, anderen zu helfen und Gutes widerfahren zu lassen. Darüber hinaus zeichneten ihn im Besonderen der von ihm gelebte Humanismus, die tätige Nächstenliebe und die tiefe Ehrfurcht vor allem Lebenden aus, die sein gesamtes Denken und Handeln bestimmte. Er folgte seiner Berufung zum Missionsarzt und lebte lange im zentralafrikanischen Gabun. In Lambarene gründete er ein Krankenhaus, um das Elend, das er dort vorfand, zu lindern. Diese Krankenstationen bestehen heute noch.

Für sein Engagement gegen atomare Rüstung und Krieg erhielt er am 4. November 1954 den Friedensnobelpreis. Albert Schweitzer war bei seinen verschiedenen Begabungen als Musiker, Arzt und Theologe immer ein Mensch der Tat. Er sagte, was er dachte, und er tat, was er sagte. Seine Glaubwürdigkeit ist stark mit dieser Übereinstimmung von Wort und Tat verbunden.

Zum höheren Leben gehört, dass von ihm alles andere Leben miterlebt wird.

 

Wie die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer zu ihrem Namen kamen

Albert Schweitzer übernahm noch zu seinen Lebzeiten die Patenschaft für unsere Kinderdörfer und ist uns seither Vorbild und Wegbegleiter. Schon 1903 schrieb er an seine spätere Ehefrau Helene Breslau von seinem Herzenswunsch, einmal selbst Waisenkinder aufzunehmen und für sie zu sorgen. Leider erfüllte sich dieser Wunsch nicht.

Nach seinen Idealen kümmern wir uns in unseren Kinderdörfern und Familienwerken um Menschen, die unsere Hilfe brauchen. In ganz Deutschland stehen wir Kindern und Jugendlichen, Alten, Kranken und behinderten Menschen zur Seite. Was für unsere Arbeit in Theorie und Praxis eine Rolle spielt, ist das Menschenbild und die Ethik, die Albert Schweitzer geprägt hat. „Ehrfurcht vor dem Leben“ ist der zentrale Begriff den Albert-Schweitzer in diesem Zusammenhang geprägt hat.

Das bedeutet uns Albert Schweitzer heute

Die große Liebe und Wertschätzung Albert Schweitzers allen Menschen, Tieren und insgesamt der Natur gegenüber ist die Grundlage unserer Arbeit. Die gegenseitige Achtung, die Wertschätzung eines jeden Individuums sind unsere Ziele, und zusammen mit moderner Pädagogik führt dies zu einer eigenständigen Ausrichtung unserer Arbeit. Unabhängig von Konfession, familiärem oder kulturellem Hintergrund werden Kinder und Jugendliche hier in ihrer Entwicklung gefördert und unterstützt.

Alles Leben ist Geheimnis; alles Leben ist Wert…

 

Das Leben als Hauseltern

Die Eltern in Albert-Schweitzer-Kinderdörfern geben sich mit ihrer ganzen Person ihrer Aufgabe hin. Sie geben die Trennung von Arbeit und Privatleben weitgehend auf und haben sich dafür entschieden, Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, zu sich in die Familie aufzunehmen. Denn es gibt kein besseres Zuhause als eine Familie, die den Kindern ein gesundes Vorbild sein und ein Modell für ihren eigenen Lebensentwurf bieten soll. Diese gelebte Nächstenliebe fordert die Kinderdorfeltern in ihrer ganzen Person. Sowohl fachliche wie auch persönliche, hauswirtschaftliche und handwerkliche Fähigkeiten werden von dem Paar erwartet. Diese Vielseitigkeit findet sich auch im Leben und Wirken Albert Schweitzers, der sich in Lambarene persönlich um alle Belange kümmerte, vom Hausbau bis zur Operation.

Weitere Infos:

Deutsches Albert-Schweitzer-Zentrum:        www.albert-schweitzer-zentrum.de

Intern. Albert Schweitzer Foundation:          www.schweitzer.org

Lebenslauf

  • 1875   am 14. Januar wird er in Kaysersberg im Oberelsass geboren
  • 1893   Studium der Theologie und der Philosophie, dazu Musiktheorie
  • 1898   1. theologisches Examen, Musikunterricht bei Charles Marie Widor
  • 1899   Doktor der Philosophie
  • 1900   Doktor der Theologie
  • 1902   Professor der Theologie in Straßburg
  • 1903   Direktor des Stifts St. Thomas
  • 1905   Beginn des Medizinstudiums
  • 1912   Heirat mit Helene Breslau
  • 1913   Doktor der Medizin, Ausreise nach Lambarene
  • 1914   Internierung in Lambarene
  • 1915   Er findet den Ausdruck „Ehrfurcht vor dem Leben“
  • 1918   Rückkehr ins Elsass
  • 1924   Rückkehr nach Lambarene
  • 1928   Goethe-Preis der Stadt Frankfurt a. M.
  • 1949   Reise nach Amerika
  • 1954   Friedensnobelpreis für 1952
  • 1965   am 4. September stirbt Albert Schweitzer in Lambarene

Der Kontakt, der zu Albert Schweitzer bestand, ist durch seine Tochter Rhena Schweitzer-Miller bis zu ihrem Tode weitergeführt worden.
Bei Besuchen in den Kinderdörfern erzählte sie immer viel aus dem Leben ihres Vaters, das nicht aus Büchern zu entnehmen ist.

Heute sind es die Enkelinnen Albert Schweitzers, Monique Egli Schweitzer und Christiane Engel, die unsere Arbeit mit ihrem persönlichen Interesse und Engagement bereichern und unterstützen. Durch Benefizkonzerte und Lesungen setzten sie sich für das Albert-Schweitzer-Familienwerk Bayern ein.

So halten sie das Andenken an den Menschen Albert Schweitzer mit ihren Erzählungen und Erinnerungen lebendig.